Wir stehen vor der Kirche, die möglicherweise die spektakulärste im gesamten Weltbiosphärenreservat Sierra de las Nieves ist – ein wahres architektonisches Juwel, das verschiedene Stile meisterhaft miteinander verbindet. Nicht umsonst wurde sie zum Kulturgut (BIC) erklärt. Sie wurde von den Katholischen Königen in Auftrag gegeben, und anstelle von Mauerwerk oder Ziegeln besteht ihr Hauptbaustoff aus Quadersteinen.
Sie wurde Ende des 14. Jahrhunderts auf dem Grundstück errichtet, auf dem zuvor die Aljama-Moschee von Ronda aus dem 13. Jahrhundert stand, und bewahrt in ihrem Inneren einige Überreste dieser Moschee, wie beispielsweise den Mihrab. Die architektonische Konzeption ist gotisch, jedoch wurden später auch Elemente späterer Kunsttraditionen wie der Renaissance und des Barock integriert, da sich der Bau aus verschiedenen Gründen – darunter Schäden durch mehrere Erdbeben und Finanzengpässe – über drei Jahrhunderte hinzog…
Sie besteht aus drei Schiffen, wobei das mittlere das größte ist, und ist mit maurischen Ziegeln gedeckt. Am Fuß der Kirche befindet sich der Glockenturm aus Ziegelsteinen mit quadratischem Sockel, der jedoch von einem polygonalen Aufsatz gekrönt wird, in dem die Glocken untergebracht sind. Ursprünglich handelte es sich um den Minaret der Moschee, doch im 16. Jahrhundert wurde dieser durch einen Blitzschlag zerstört und später durch den heutigen Glockenturm ersetzt. Neben dem Turm befinden sich zwei Reihen übereinanderliegender Balkone, die den lokalen Behörden einen Platz bieten sollten, von dem aus sie bestimmte Feierlichkeiten wie religiöse Zeremonien und Stierkämpfe bevorzugt verfolgen konnten. Durch deren Bau verschwand das Hauptportal.
Im 17. Jahrhundert wurden die beiden Seiteneingänge im manieristischen Stil errichtet, die sich durch ihre spektakuläre Pracht und ihren Reichtum an Verzierungen auszeichnen. Diese führen in ein prächtiges Innenraumgefüge, in dem sich der ursprüngliche Bauabschnitt mit den typischen gotischen Spitzbögen von späteren Epochen unterscheidet, vor allem vom Barockstil, in dem der Rundbogen vorherrscht und Stuckverzierungen reichlich vorhanden sind.
Trotz der Zerstörungen des Bürgerkriegs konnten zahlreiche Gemälde, mehrere Altarbilder und verschiedene bildliche Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert gerettet werden und können heute bewundert werden.
Plaza Duquesa de Parcent s/n, Ronda
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