Dieses auf der Plaza de la Villa gelegene Bauwerk erfüllt nicht nur eine religiöse Funktion, sondern ist auch ein stummer Zeuge des historischen und kulturellen Wandels der Region, der Ende des 15. Jahrhunderts nach der Eroberung durch Kastilien im Jahr 1485 einsetzte. Seine Lage ist kein Zufall, denn es steht auf dem höchsten Punkt des Stadtkerns und befindet sich an der Stelle, an der früher eine Moschee-Festung der Nasriden stand, was ihm eine beherrschende Stellung über die Berglandschaft verleiht, die den Ort umgibt.
Sein äußeres Erscheinungsbild zeichnet sich durch eine Schlichtheit aus, die täuschen kann. Die Hauptfassade wirkt streng und wird von einem leicht spitzbogigen Bogen mit schlichten Pfosten dominiert. An den Seitenflügeln und am Turm kommt die architektonische Komplexität jedoch deutlicher zum Ausdruck. Der Glockenturm ist zweifellos das Element, das aus der Ferne am besten zu erkennen ist. Sein oberer, aus Ziegeln errichteter Teil weist an jeder Seite eine Anordnung von Rundbögen auf, mit der Besonderheit, dass sich diese Bögen an einer der Fronten parallel verdoppeln und so ein rhythmisches visuelles Spiel erzeugen, das typisch für den estilo mudéjar tardío.
Die Nordfassade des Gebäudes verdient aufgrund ihrer einzigartigen Gestaltung eine besondere Erwähnung. Der Zugang erfolgt über eine halbkreisförmige Treppe, die zu einem Rundbogen führt, der von Pilastern in intensiven Rottönen flankiert wird. Dieser Farbkontrast, zusammen mit den speerförmigen Zierpfeilern, die die Struktur krönen, durchbricht die Monochromie des restlichen Gebäudes.
Der Innenraum gliedert sich in drei klar abgegrenzte Schiffe, die durch abgeschrägte Pfeiler voneinander getrennt sind, welche Spitzbögen tragen, die von einem Alfiz eingerahmt werden. Das Mittelschiff ist aufgrund seiner Holzbalkenkonstruktion, einer sorgfältig erhaltenen Kassettendecke, die die meisterhafte Kunst der „Carpintería del Blanco“ (weiße Holzbaukunst) demonstriert, am eindrucksvollsten.
Im Bereich des Presbyteriums geht die Konstruktion in ein Tonnengewölbe im Renaissancestil über, was darauf hindeutet, dass die Kirche in Zeiten nach ihrer ursprünglichen Gründung umgebaut oder erweitert wurde. Diese Mischung aus verschiedenen Deckenkonstruktionen – Holz in den Seitenschiffen und Stein oder Stuck im Chorraum – schafft eine einzigartige Atmosphäre, die von Experten für kirchliches Kulturerbe sehr geschätzt wird.
Die Pfarrkirche beherbergt eine Sammlung von Bildnissen und Altarbildern, die allein schon einen Besuch rechtfertigen, darunter insbesondere ein „Jesús Nazareno“ und eine „Virgen de los Dolores“.
Plaza de la Villa n29, El Burgo
Hoch
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