Das Gebäude des Museums „El Molino“ ist ein ganz besonderer Bau und eng mit dem Wasser verbunden, da es ursprünglich eine Wassermühle mit zwei Mahlwerken und zwei Mahlsteinsätzen aus dem 18. Jahrhundert war. Wie andere erhaltene Mühlen in der näheren Umgebung, am Ufer des Flusses Almadán.
Im Laufe der Zeit änderte sich ihre Funktion: Statt Getreide zu mahlen, wurden nun Oliven gemahlen, um das „flüssige Gold“ Andalusiens par excellence zu gewinnen: das Olivenöl. Das Anwesen besteht aus einem großen Innenhof mit zahlreichen Lagerräumen, den sogenannten „Trojes“ oder „Atrojes“, in denen die Oliven vor dem Mahlen gelagert werden, sowie dem Mühlengebäude selbst, das aus mehreren Räumen besteht. Im Inneren sind noch alle ursprünglichen und voll funktionsfähigen Maschinen zur Olivenverarbeitung erhalten: die Steinmühle, der Rührer, die hydraulische Presse…
In einem der oberen Räume befindet sich das Schnapsmuseum, ein Ausstellungsraum, der uns die Bedeutung der Schnapsherstellung in Ojén im 19. und 20. Jahrhundert näherbringt und die herausragende Rolle des von Pedro Morales hergestellten Schnapses beleuchtet, dessen geheimes Rezept nie preisgegeben wurde und das bis heute unübertroffen ist. Der Schnaps aus Ojén erlangte weltweiten Ruhm; er gelangte nach Amerika, in die reichsten und vornehmsten Häuser Europas und tauchte in Werken von Autoren wie Camilo José Cela, Rosalía de Castro und sogar Pablo Ruiz Picasso selbst auf.
Auch wenn in Ojén kein Schnaps mehr hergestellt wird, sind die in Schnaps eingelegten Rosinen nach wie vor sehr bekannt und schmackhaft.
C. Charcas n60, Ojén
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